Wie überprüft man den Verschleiß der Bremsbeläge eines Gebrauchtwagens?
Time : 2025-11-14
Wenn Sie einen Gebrauchtwagen kaufen, ist es entscheidend für Ihre Sicherheit im Straßenverkehr, dass die Bremsanlage in gutem Zustand ist. Bremsbeläge sind ein wesentlicher Bestandteil dieses Systems, und ihr Verschleißgrad kann Ihnen viel über den Zustand des Fahrzeugs verraten und darüber, wie viel Geld Sie später möglicherweise für Reparaturen ausgeben müssen. Viele Käufer von Gebrauchtwagen übersehen diese einfache Überprüfung, obwohl sie auch ohne fachliche Kenntnisse leicht durchzuführen ist. Gehen wir gemeinsam die Schritte zur Prüfung des Bremsbelagverschleißes durch, damit Sie eine fundiertere Entscheidung beim Kauf eines Gebrauchtwagens treffen können.
Sichtprüfung: Der erste Schritt
Eine Sichtprüfung ist der einfachste Weg, um den Verschleiß der Bremsbeläge an einem Gebrauchtwagen einzuschätzen. Zuerst einen sicheren Ort zum Parken des Fahrzeugs finden und den Motor ausschalten. Dafür werden keine speziellen Werkzeuge benötigt – lediglich die Augen. Durch die Zwischenräume der Felgenspeichen schauen, um die Bremssattel zu sehen, also die metallene Klammer um die Bremsscheibe. Der Bremsbelag ist das Material am Sattel, das gegen die Scheibe drückt. Bei den meisten Gebrauchtwagen kann man die Dicke des Belags deutlich erkennen. Ein neuer Bremsbelag ist normalerweise etwa 10 bis 12 Millimeter dick. Wenn der Belag dünner als 3 Millimeter erscheint, ist er fast abgenutzt und sollte bald ersetzt werden. Außerdem auf ungleichmäßigen Verschleiß achten – wenn eine Seite des Belags dünner ist als die andere, könnte dies auf ein Problem mit dem Bremssattel oder der Suspension hindeuten, was bei einem Gebrauchtwagen ein Warnsignal darstellt.
Verwenden Sie Ihre Sinne: Hören und Fühlen
Ihre Sinne können Ihnen ebenfalls helfen, den Verschleiß der Bremsbeläge bei einem Gebrauchtwagen zu erkennen. Achten Sie während der Probefahrt auf Geräusche, wenn Sie das Bremspedal betätigen. Ein helles Quietschen oder Schaben ist ein häufiges Anzeichen dafür, dass die Bremsbeläge abgenutzt sind. Die meisten Bremsbeläge verfügen über einen Verschleißindikator – eine kleine Metalllasche, die bei dünnem Belag gegen die Bremsscheibe reibt und so das Quietschen erzeugt. Wenn Sie ein Schleifgeräusch hören, bedeutet dies, dass die Beläge vollständig verschlissen sind und die Metallsattelbacken direkt auf die Bremsscheibe treffen. Das ist schlecht, da dies die Bremsscheibe beschädigen kann, was teure Reparaturen nach sich zieht. Achten Sie außerdem darauf, wie sich das Bremspedal anfühlt. Wenn es sich schwammig anfühlt oder Sie es weiter als normal herunterdrücken müssen, um den Gebrauchtwagen zum Stehen zu bringen, kann dies auf abgenutzte Bremsbeläge oder andere Probleme im Bremssystem hindeuten.
Überprüfung des Bremsflüssigkeitsstands
Der Bremsflüssigkeitsstand bei einem Gebrauchtwagen kann ebenfalls Hinweise auf den Verschleiß der Bremsbeläge liefern. Die Bremsflüssigkeit ist in einem Vorratsbehälter unter der Motorhaube gespeichert, gewöhnlich nahe der vorderen Seite des Fahrzeugs. Stellen Sie sicher, dass das Fahrzeug auf einer ebenen Fläche steht, bevor Sie den Stand prüfen. Der Behälter weist Markierungen für „MAX“ und „MIN“ auf – wenn der Flüssigkeitsstand nahe oder unterhalb von „MIN“ liegt, könnte dies darauf hindeuten, dass die Bremsbeläge abgenutzt sind. Wenn die Bremsbeläge dünner werden, müssen die Bremssättel sich weiter ausfahren, um gegen die Bremsscheibe zu drücken, wodurch mehr Bremsflüssigkeit verbraucht wird. Ein niedriger Bremsflüssigkeitsstand kann jedoch auch auf ein Leck hindeuten. Prüfen Sie daher nach feuchten Stellen an den Rädern oder unter dem Fahrzeug. Falls Sie ein Leck entdecken, handelt es sich um ein ernstes Problem, das vor der Nutzung des Gebrauchtwagens behoben werden muss.
Bei Bedarf professionelle Hilfe in Anspruch nehmen
Wenn Sie sich nicht sicher sind, was Sie sehen oder fühlen, oder wenn das Gebrauchtfahrzeug Anzeichen von Bremsproblemen aufweist, sollten Sie es am besten zu einem professionellen Kfz-Mechaniker bringen. Ein Mechaniker kann die Bremsbeläge, Bremsscheiben, Bremssättel und andere Teile des Bremssystems gründlicher prüfen. Er verfügt über die notwendigen Werkzeuge und Fachkenntnisse, um die Dicke der Bremsbeläge genau zu messen und verborgene Probleme zu erkennen, die Ihnen möglicherweise entgehen. Auch wenn dies mit geringen Kosten verbunden ist, lohnt sich dies, um den Kauf eines Gebrauchtwagens mit teuren Reparaturen an der Bremse zu vermeiden. Eine professionelle Inspektion kann Ihnen außerdem helfen, einen niedrigeren Preis auszuhandeln, falls die Bremsbeläge ersetzt werden müssen, oder Sie bei der Entscheidung unterstützen, von einem Fahrzeug mit schwerwiegenden Bremsproblemen Abstand zu nehmen.
Der Kauf eines Gebrauchtwagens ist eine große Investition, und die Überprüfung des Bremsbelagverschleißes ist ein einfacher Schritt, der Ihnen Zeit, Geld und Ärger ersparen kann. Indem Sie diese Schritte befolgen – eine Sichtprüfung durchführen, Ihre Sinne nutzen, die Bremsflüssigkeit überprüfen und bei Bedarf professionelle Hilfe in Anspruch nehmen – können Sie sicherstellen, dass das Fahrzeug, das Sie interessiert, über ein zuverlässiges Bremssystem verfügt. Eilen Sie nicht; nehmen Sie sich die Zeit, die Bremsbeläge sorgfältig zu prüfen, und Sie können Ihr Gebrauchtfahrzeug mit dem sicheren Gefühl fahren, dass es sicher ist.